Motorrad-Marken


Yamaha Firmengeschichte

"Vom Piano zur R1"

Bis Mitte der 50er Jahre war Yamaha für seine herausragenden
Musikinstrumente weltberühmt. Dann stieg das japanische
Großunternehmen "Nippon Gakki Co., Ltd." mit den drei gekreuzten
Stimmgabeln als Firmenlogo in den Motorradbau ein und machte
mit pfeilschnellen Zweitaktmaschinen auf sich aufmerksam.
Heute reicht die Modellpalette des zweitgrößten japanischen
Motorradherstellers vom Roller über Luxusliner bis zum R1.

Text: Winni Scheibe
Fotos: Scheibe, Werks-Archiv

 




Ähnlich wie bei uns in Europa kann die japanische Motorradindustrie auf eine lange Tradition zurückblicken. Bereits anno 1908 bastelte ein gewisser Torao Yamaba, bitte nicht zu verwechseln mit unserem Hauptdarsteller Torakusu Yamaha, einen gewaltigen 500 ccm Einzylinder-Viertakt-Motor an ein Fahrrad. Ob es allerdings tatsächlich das erste Motorrad in Japan war, weiß heute aber so genau keiner mehr. Fest steht nur, genau wie in der westlichen Welt beschäftigten sich um die Jahrhundertwende auch im Nipponland pfiffige Handwerker mit der Herstellung von Motorrädern. Geschlossert wurde in kleinen Werkstätten, von einer Massenproduktion im heutigen Sinn konnte jedoch noch lange keine Rede sein. An dieser Situation sollte sich bis Anfang der fünfziger Jahre auch nichts Grundlegendes ändern.


 Yamaha Firmenlogo:
Drei gekreuzte Stimmgabeln 

Nach dem Zweiten Weltkrieg rangen in Japan dann aber weit über 100 Hersteller um die Gunst der Kundschaft. Davon sind lediglich vier, Honda, Yamaha, Suzuki und Kawasaki, übrig geblieben,
Yamaha ist der zweitgrößte.


Die Ursprünge des Motorradproduzenten, die bei Yamaha mit Musikinstrumenten begannen, geht auf das Jahr 1887 zurück. Der technisch hochbegabte Torakusu Yamaha aus Hamamatsu konnte sein erstes Harmonium präsentieren. Schon zwei Jahre später gründet er die Yamaha-Orgel-Manufaktur, aus der 1897 die Nippon Gakki Co., Ltd. hervorging. Eine Firma, die als Musikinstrumentenhersteller in den nächsten Jahrzehnten zu einem sehr guten Ruf kam. Ähnlich wie bei vielen anderen Firmen auch wurde während des Zweiten Weltkrieges bei Nippon Gakki die Fertigung auf Rüstungsgüter, unter anderem für die Flugzeugindustrie, umgestellt. Mit fatalen Folgen. Nach Ende des Krieges lagen weite Teile der Fabrikanlagen, zerbombt von alliierten Luftangriffen, in Schutt und Asche.


Torakusu Yamaha
(Werksbild)


YA-1 von 1955
(Werksbild)

Aber schon wenige Monate später war der Wiederaufbau im vollen Gang und die ersten Harmonikas verließen das Werk. Ein Teil der Fertigungseinrichtungen durfte nach dem Beschluss der Siegermächte jedoch nicht für den Bau von Flugzeugteilen genutzt werden. Inzwischen war Genichi Kawakami für die Firmengeschicke verantwortlich und er kam auf die Idee, die freien Kapazitäten ab 1955 in der neu gegründeten Firma Yamaha Motor Co., Ltd. für den Bau von Motorrädern zu nutzen. Die erste Yamaha wurde die YA-1, liebevoll "rote Libelle" genannt, ein 125er Motorrad mit 5,6 PS Einzylinder-Zweitaktmotor. Großartige Entwicklungskosten waren für den Hüpfer nicht erforderlich, die YA-1 war eine perfekte Kopie der DKW RT 125. In Japan störte sich allerdings keiner daran und Deutschland war weit weg. Mitte der 50er Jahre waren im Inselreich preiswerte und zuverlässige fahrbare Untersätze gefragt, "Butter und Brot-Maschinen" für den Weg in die Fabrik oder ins Büro.


Via Rennsport zum Welterfolg


YDS1 Werksrennmaschine von 1959
(Werksbild)



Yamaha Werksrennmaschine RD 56 von 1994 
(Werksbild)


Honda Werksrennmaschine RC 164 von 1964


Simpler Zweizylindermotor:
250er Yamaha Drehschiebersteuerung 50 PS
(Werksbild)


Meisterwerk, Sechszylinder-Viertaktmotor:
250er Honda DOHC-Steuerung 60 PS


Genau wie der große Mitbewerber Honda stieg Yamaha bereits 1958 in den Rennsport ein. Ab 1961 beteiligte man sich in der Motorradweltmeisterschaft und schon 1964 ging der 250er Titel an das japanische Werk. Damit hatte keiner gerechnet, die Sensation war perfekt. Favorit in der 250er Klasse war nämlich Starpilot Jim Redman mit seiner Vierzylinder-DOHC-Honda-Werksrennmaschine. Gegen den bereits vierfachen Honda-Weltmeister trat der junge Engländer Phil Read auf einer simplen Zweizylinder-Zweitakt-Yamaha-Rennmaschine an. "David gegen Goliath" oder "Zweitakter gegen Viertakter". Zum Ende der Saison 1964 ging es um die "Wurst", nur wenige WM-Punkte trennten Read von Redman. Honda durfte sich die Schmach nicht gefallen lassen und baute "über Nacht" eine sensationelle 250er Sechszylinder-DOHC-Rennmaschine. Doch vergeblich, Phil Read holte für sich und Yamaha den ersten WM-Titel. Yamaha war plötzlich in aller Munde, jedenfalls unter den Rennsportfans. Auch kein Wunder, keine andere Firma verknüpfte den Rennsport so eng mit der Herstellung der Serienmaschinen wie Yamaha. Zu kaufen gab es vor rund 40 Jahren die Straßenflitzer außerhalb Japans allerdings noch längst nicht überall.


Yamaha in Deutschland


250er Zweizylinder-Zweitakt Yamaha DS3
(Werksbild)


Dreh- und Angelpunkt des Motorradgeschäftes bei uns war die IFMA in Köln. Für den zweitgrößten japanischen Motorradhersteller Yamaha sollte 1964 der Einstand in Deutschland erfolgen. Gezeigt wurden drei Zweitakt-Modelle: Die 250er DS-3 mit Zweizylinder-Motor, die 80er YG-1 und das Moped YF-1 mit Einzylinder-Triebwerk. Zuständig für die Präsentation war das japanische Handelshaus Mitsui GmbH mit Sitz in Düsseldorf. Zu den Yamaha-Händlern der ersten Stunde gehörten Bruno Lippke aus Kempten, Paul Rose aus Bocholt und Manfred Weihe aus Löhne, der heute Vizepräsident der "Yamaha Motor Deutschland GmbH" in Neuss ist. Bereits 1966 gab es bundesweit 23 Vertragshändler, die rund 200 Maschinen an Yamaha-Zweitaktfans verkauften, Tendenz steigend.



Yamaha XS1 von 1970
(Werksbild)



Yamaha TX 750 von 1972


Das neue Jahrzehnt brachte viel Neues. Motorräder genossen ab 1970 plötzlich einen anderen Stellenwert. Es waren keine "arme-Leute-Fahrzeuge" und "alte Stinkemöhren" mehr, sondern Sportgeräte, mit denen sich in der Freizeit tolle Abenteuer erleben ließen. Für die Heizerfraktion gab es weiterhin die schnellen Zweitakt-Yamahas, für die Gentlemen die neue Yamaha XS1 und wenig später die Nachfolgerinnen XS2 und dann die XS 650. Mit dem 650er Twin hatte Yamaha ein neues Kapitel in der Firmengeschichte aufgeschlagen. Erstmalig lief ein Viertaktmodell vom Montageband in Iwata. Der nächste Streich wurde 1972 die TX 750, ein Zweizylinder-Big-Bike, das der Konkurrenz das Fürchten lehren sollte. Doch im Nachhinein darf gesagt werden, dass man bei Yamaha mit der Viertakt-Technik noch am Anfang stand. Die TX 750 litt unter Kinderkrankheiten, war nicht ausgereift und wurde bereits 1974 auf Nimmerwiedersehen vom Markt genommen. Wer weiterhin mit einer Yamaha gemütlich "Viertakten" wollte, konnte nur auf die XS 650 steigen, das restliche Angebot setzte sich aus Zweitaktmaschinen von 50 bis 350 ccm zusammen.


Ein Tourenbike braucht Kardan,
und mit dem Single die Welt entdecken


Wellenreiter:
Yamaha XS 750 Dreizylinder-Bike mit Kardanwelle


Doch die Zeichen der Zeit standen gegen die Zweitakter. Vor allen Dingen in den USA, für alle vier japanischen Motorradhersteller Hauptexportland, wurden die Zulassungsbestimmungen für die quickfidelen Feuerzeuge hinsichtlich der Abgas- und Geräuschwerte immer strenger. Auch verlangten die Biker ständig nach immer größeren und stärkeren Maschinen. Was sie damit meinten, zeigte Kawasaki eindrucksvoll mit der Z 900, der legendären "Z1". Bei Yamaha brütete man derweil über einem vollkommen anderen Konzept. Anders als Honda und Kawasaki, die mit Vierzylinder-Viertakt-Maschinen die Kundschaft in die Läden lockten, setzte Yamaha auf einen 64 PS starken 750er Dreizylinder-DOHC-Motor. Der Clou an der 1976 vorgestellten XS 750 war aber zweifellos der Kardanantrieb. Dieses Mal waren die Japaner allerdings kein Risiko beim Betreten des Neulandes eingegangen, bei der Entwicklung des Kardanantriebes vertraute man auf das Know-how von Porsche. Und damit war die Zielgruppe auch bereits festgelegt: Die Tourenfahrer. Mit der XS750 hatte Yamaha voll ins Schwarze getroffen. Der Motor lief wie ein Uhrwerk, war zuverlässig und langlebig und mit dem Kardanantrieb gab es keinerlei Probleme.
Die XS750 wurde zur Basis einer Viertakt-Baureihe, die als nächstes bei der XS850 auf 850 ccm aufgestockt wurde und ab 1978 in dem 95 PS starken Vierzylinder-Big-Bike XS1100 ihre Fortsetzung fand. Highlight für alle Kilometerfresser wurde das Sondermodell XS1100 "Martini" mit Vollverkleidung.



Yamaha XT 500 von 1976 
(Werksbild)


Bereits zwei Jahre vorher hatte Yamaha die Fachwelt 1976 mit einer Enduro überrascht, die zum Symbol für Abenteuer und Freiheit werden sollte: die XT500. Diese 500er Einzylinder-Enduro war für den Gaudi im Gelände und zum Spaß auf der Straße gedacht. Doch was die XT-Freaks damit anstellen, wurde etwas ganz anderes. Noch bevor der Begriff "Reiseenduro" gebräuchlich war, schnallten die Single-Fans Trankrucksack, Schlafsack und Wegproviant auf den Geländehüpfer und suchten die Herausforderung in der Weite der Sahara oder sonstwo am Ende der Welt. Die XT 500 wurde zum Inbegriff der Abenteuerreise, Motorradfahren bekam plötzlich eine ganz neue Bedeutung. Nur logisch, dass die XT 500 im Laufe der Jahre Vorbild vieler weiterer Ein- und Zweizylinder-Enduros wurde, die jedoch mangels Schotter unter den Pneus mehr auf der Straße als im Dreck gefahren wurden.


Gut sortiertes Programm


Yamaha RD 500 von 1984


Anfang der 80er Jahre konnten sich die Yamaha Fans über eine ausgewogene Modellvielfalt nicht beschweren. Für die Zweitakt-Fraktion gab es die Rennmaschinen-ähnlichen 250er und 350er RD-Modelle und 1984 präsentierte das Werk den rennsportlichen Überhammer, die RD 500 LC. Ein Vierzylinder-Zweitakt-Straßenmotorrad, das seine Verwandtschaft zur erfolgreichen GP-Rennmaschine YZR 500 weder verheimlichen wollte, noch sollte. Nichts fürs gemütliche Bummeln über die Landstraße oder für die Urlaubsfahrt mit Freundin nach Sizilien. Wer mit den Yamaha Zweitaktraketen unterwegs war, hielt nichts vom Trödeln, gab "Stoff".



Yamaha SR 500  
(Werksbild)



Yamaha TR1


Das Enduroangebot bestand aus Einzylinder-Modellen mit Zwei- und Viertaktmotoren, in der Mittelklasse gab es den Single SR 500, die Zweizylinder-Viertakt XS400 sowie die XJ550 und XJ650, beide mit neuem Vierzylinder-Viertakt-DOHC-Motor und dazu die bekannten großvolumigen Drei– und Vierzylinder Big Bikes XS 850 und XS 1100.
Die eigentliche Sensation 1980 war jedoch die neue TR1. Ein Motorrad, bei dem man sich zunächst die Augen reiben musste, irgendwie erinnerte die TR1 nämlich an die 1000er Vincent Black Shadow aus den 50er Jahren. Einbaulage des 1000er V2-Viertakt-Motors, Brückenrahmen und Cantilever-Schwinge waren wie bei dem legendären Vorbild ausgeführt. Ein Novum im japanischen Motorradbau war dagegen der geschlossene Fett-Kettenkasten. Also genau das Richtige für Tourenfahrer. Doch Yamaha pries die TR1 nicht als Tourer, sondern als Sportmaschine an. Und genau das war die TR1 nicht. Die aufrechte Sitzposition und der 70 PS starke V-Motor vermittelten eher eine beschauliche als sportliche Fahrweise. Dazu kam die klassische Optik verbunden mit moderner Motorradbautechnik wie OHC-Triebwerk, Gussrädern und Scheibenbremsen am Vorderrad. Die TR1 war ein erstklassiger Tourer, leider war die Zeit für solch eine Maschine noch nicht reif, 1983 wurde die Produktion eingestellt. Ganz umsonst hatten die Yamaha Techniker das V2-Triebwerk aber doch nicht entwickelt. Mit Kardanantrieb ausgerüstet wanderte der Motor in die XV-Chopperbaureihe. Noch bevor jemand ans Cruisen dachte, ließ sich ab 1981 mit dem Yamaha Softchopper hervorragend durch die Weltgeschichte gleiten.


Ein neues Kapitel:
Sport-Tourer FJ 1100 Genesis-Baureihe und Luxusliner


Yamaha FJ 1100 von 1984


Längst war absehbar, dass ein Motorrad nicht mehr einfach nur noch Motorrad heißen durfte, es brauchte seine Schublade: Enduro, Tourer, Chopper, Softchopper, Sportler oder Super Sportler. Was fehlte, war der Sport-Tourer und den brachte Yamaha im Herbst 1983 mit der FJ 1100 auf den Markt. Zum richtig schnell Verreisen brauchte man nämlich nicht nur ordentlich Hubraum und Power unter dem Tank, sondern auch eine Verkleidung. Und genau damit war die neue FJ 1100 gesegnet. Das 1100er Vierzylinder-Triebwerk leistete satte 125 PS. Genug Schmackes, um mit der FJ1100 mit 220 Sachen über die Autobahn zu brettern.



750er mit Fünf-Ventil-Technik 
(Werksbild)



Yamaha FZ 750 von 1985


Wenig vorher hätte man die FJ1100 noch als Supersportler bezeichnet, doch Yamaha hatte ein ganz heißes Eisen im Feuer, die FZ750. Und die war nun tatsächlich das Super-Sport Motorrad für den Fahrspaß auf der Straße und das Basis-Modell für die populäre Superbike-Rennkasse. Als Meilenstein darf bei der FZ750 die fünf-Ventil-Motortechnik bezeichnet werden, die unter der Bezeichnung "Genesis-Baureihe" in die Geschichte einging. Die FZ750 leistete 100 PS, das war 1984 für eine 750er eine Menge Holz. Doch das Beeindruckendste war die gleichmäßige Leistungsentfaltung, die Drehfreudigkeit und der Fahrspaß, den das Superbike vermittelte. Die Genesis-Fünf-Ventil-Technik wird bis heute in der YZF1000 R Thunderace, FZR1000 Fazer, TDM900 und natürlich YZF-R1 verwendet.



Toyota 2000 GT von 1966 
(Werksbild)



Yamahas Jetskis


Dies soweit für die Heizerfraktion. Den Fernreiselustigen präsentierte Yamaha 1984 die XVZ 12 T. Ein Luxusliner der Oberklasse mit Verkleidung, Seitenkoffern, Topcase und noch mehr Pipapo, das Einzige, was noch fehlte, war eine Klimaanlage. Der Highwaydampfer hat sich im Programm etabliert, inzwischen mit 1300 ccm als XVZ 1300 TF Royal Star Venture.
Längst hat sich Yamaha vom erfolgreichen Zweitaktbauer zum Viertaktspezialisten entwickelt. Die Modellpalette deckt alle Fraktionen ab, angefangen vom Scooter bis Großraum-Reisemobil. Im Rennsport ist die Firma seit 1964 nicht nur bei Straßenweltmeisterschaften siegreich. Ob Moto Cross, Trial, Endurosport, Langstreckenrennen oder in der Superbike-Meisterschaft, wollte man alle Erfolge aufzählen, ließe sich locker ein dickes Buch damit füllen.
Aber nicht nur das, die Yamaha Motor Company produziert neben den Motorrädern unter anderem Motoryachten, Segel- und Fischerboote, Aussenbordmotore, Jetskis, Golf-Cars, Stromgeneratoren, Rasenmäher und Schneefräsen. Auch in der Formel 1 und im Automobilbau hat man sich schon versucht. Der Traumwagen Toyota 2000GT wurde von einem Yamaha Sechszylinder-DOHC-Motor befeuert. Doch das ist nun wieder ein ganz andere Geschichte.


Mit Yamaha auf Tour

Jahrelang galt Yamaha als Hersteller von pfeilschnellen Zweitaktmaschinen. Allerdings kein Grund für die damaligen Motorradfans mit ihren flinken Flitzern nicht auf große Tour zu gehen. Ganz gleich ob auf den Zeltplätzen rund um den Nürburgring, in Assen, am Salzburgring oder in Imola, die 250er und 350er Yamahas gehörten einfach mit dazu. Die Ära der Yamaha Tourenmaschinen begann 1970 mit dem 650er Viertakt-Twin XS1. Ihr folgten weitere Ein-, Zwei-, Drei- und Vierzylinder-Viertakt Reisemaschinen. Das momentane Highlight ist die XVZ1300 TF Royal Star Venture. Und wer möchte mit diesem Luxusliner nicht bis ans Ende der Welt segeln?



Japanischer Viertakt-Twin mit britischem Flair:
Yamaha XS 650

Anfang der 70er war Motorradfahren noch "Männersache". Zum Anlassen genügte ein Kickstarter, Verkleidungen waren verpönt und wer ans Ziel kommen wollte, musste etwas vom Schrauben verstehen. Bikes hatten kernig zu sein, das Maß der Dinge waren britische Donnerbolzen von BSA, Triumph und Norton. Yamahas erster 650er Viertakt-Twin von 1970 hatte die englische Triumph Bonneville zum Vorbild - allerdings mit japanischer Technik. In der Praxis bedeutete das, der Motor war öldicht und standfest. Dafür garantierte der Parallel-Läufer Motorvibrationen, bis einem die Plomben aus den Zähnen fielen.

Waren die rasanten Yamaha Zweitaktmaschinen genau das Richtige für speedversessene Heizer, zielte die neue XS1 genau in die andere Richtung, ein Bike fürs genussvolle Biken, gemütlich zum Fahren, die Nase immer im Wind. Als Sondermodell gab es die XS 650 SE, ein Softchopper oder Yamahas erster "Easy Rider".


Yamaha XS 650 SE


Yamaha XS 750 bis XS 1100

Kardan-Tourer


Yamaha XS 850 von 1981


Mitte der 70er Jahre rüstete die Motorradindustrie mächtig auf. Von Honda gab es die GL 1000 Gold Wing, von Suzuki die GT 750 "Wasserbüffel", von Kawasaki die Z 900 und von BMW die R 90 S. Bei Yamaha ließ man nach dem Flop mit der TX 750 nichts anbrennen und präsentierte 1976 die XS 750. Eine für die damalige Zeit ungewöhnliche Dreizylinder-Maschine mit Kardanantrieb. Das Konzept der sportlichen Reisemaschine schlug voll ein. Wem eine BMW zu bieder und die Gold Wing zu schwer war, bekam mit der 64 PS starken XS 750 eine echte Alternative geboten.


Yamaha FJ 1200

Sport-Tourer für die Reise ans Ende der Welt

 



Yamaha FJ 1200


Zwar gab es bei Yamaha 1984 immer noch sauschnelle 250er, 350er und 500er Zweitaktmaschinen, doch der Trend ging eindeutig zum Big-Bike. Da aber das Werk demnächst die supersportliche Fünf-Ventil-FZ 750 auf den Markt bringen wollte, wurde die FJ 1200 als Sport-Tourer eingeführt. Ein neues Kapitel in der Reisegesellschaft war aufgeschlagen.


Galerie


YC1 von 1956 
(Werksbild)


YDS1 von 1959  
(Werksbild)


125er Rennmaschine RA31A von 1967
(Werksbild)


YR3 von 1969


RD 350 von 1983


TX 600 von 1988


TDM 850 von 1991


Wildstar von 1999


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